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Hauptfriedhof Frankfurt

Besucheradresse: Eckenheimer Landstraße 194, 60320 Frankfurt am Main

Hauptfriedhof Frankfurt
Hauptfriedhof Frankfurt

Verwaltung und Skulptur

1828 wurde der Hauptfriedhof Frankfurt eröffnet.

 

Ab dem 16. Jahrhundert wurden - 300 Jahre lang - die meisten Toten auf dem Peterskirchhof beerdigt. Trotz mehrfacher Erweiterungen, wurde der Peterskirchhof bereits ab dem 18. Jahrhundert so stark ausgelastet, dass einzelne Grabstätten schon nach 10 Jahren wieder belegt wurden.

 

Die Stadt Frankfurt legte daher, weit vor den Toren der Stadt, einen neuen, großzügigen Friedhof an.

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Neoklassizistische Trauerhalle / Einsegnungshalle

Auch wenn mindestens jeder zweite Einwohner in Hessen nach dem Tod verbrannt wird, werden in Hessen mit 9 Krematorien verhältnismäßig wenige Anlagen unterhalten (ca. 150 bundesweit). Seit Dezember 2014 ist Frankfurt/Main zudem Deutschlands erste Großstadt ohne eigenes kommunales Krematorium.

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Das Krematorium

Mehr als 100 Jahre war das kommunale Krematorium auf dem Frankfurter Hauptfriedhof in Betrieb. Die Anlage war auf rund 8.000 Kremierungen pro Jahr ausgelegt. Zuletzt lag die Auslastung bei ca. 800 Leichenverbrennungen pro Jahr, so dass die Stadt jede Einäscherung mit rund EUR 100,-- bezuschussen musste.

 

Mit der Dienstleistungsorientierung privater Anbieter konnte das städtische Krematorium nicht mithalten: moderne Anlagen, 24-Stunden-Betrieb, Rund-um-Service: Pick-up des Sarges beim Bestatter, Retournierung der Urne in maximal drei Tagen. Solche hochspezialisierten Familienbetriebe nehmen mitunter weit mehr als 25.000 Einäscherungen pro Jahr vor.

Prominente

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Arthur Schopenhauer (1788-1860): Philosoph

Ab 1811 studierte S. in Berlin bei Johann G. Fichte und Friedrich  Schleiermacher. Bereits 1818 schloss er die Arbeit an seinem Hauptwerk »Die Welt als Wille und Vorstellung« ab. Im Gegensatz

zu seinem Kollegen Georg W. F. Hegel, lehrte er an der Universität Berlin ohne große Beachtung von

der Fachphilosophie.

 

1831 floh er vor einer Cholera-Epidemie aus Berlin, gleichzeitig gab er seine Lehrtätigkeit für immer

auf. Er ließ sich schließlich in Frankfurt/Main nieder, wo er sich ganz der Arbeit an philosophischen Veröffentlichungen widmete. Ganz unter dem Eindruck von Immanuel Kants Philosophie stehend, formulierte er seinen Hauptgedanken: »Die Welt ist meine Vorstellung«.

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Theodor W. Adorno (1903-1969):  Philosoph, Soziologe, Komponist, Musiktheoretiker

Das Frankfurter Gymnasium schloss A. vorzeitig als Klassenbester ab. Parallel zur Schulzeit, studierte er am Konservatorium Komposition und Klavier. 1924 schloss er zudem ein Soziologie-

und Philosophiestudium mit Promotion ab. A. komponierte und publizierte gleichzeitig zu literarischen und musiktheoretischen Themen. Nach 1933 setzte er seine sozialwissenschaftliche Lehrtätigkeit an der Universität Oxford fort.

 

In der Emigration begann für A. ab 1941 in Los Angeles eine wichtige Schaffensperiode zusammen mit Max Horkheimer. Angesichts von Faschismus, Stalinismus, Antisemitismus und zwei Weltkriegen galt es über die »Aufklärung« neu nachzudenken.

 

In den Nachkriegsjahren erhielt A. eine Professur für Sozialphilosophie an der Universität Frankfurt/Main und begründete zusammen mit Max Horkheimer die sogenannte »Frankfurter Schule«. Neben Herbert Marcuse galt A. lange Zeit als der wichtigste Theoretiker der »Neuen Linken«.

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Alois Alzheimer (1864-1915): Neurologe, Psychiater

1912 erhielt A. eine Professorenstelle für Psychiatrie und Neurologie in Breslau.

 

In seinen Arbeiten befasste er sich vor allem mit der Entwicklung der Hirnanatomie. Insbesondere krankhafte Veränderungen im Gehirngewebe interessierten ihn (ebenfalls charakteristisch für

die nach ihm benannte Alzheimer-Krankheit). Bis heute sind seine Arbeiten Grundlage der hirnanatomischen Wissenschaft.

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Josef Neckermann (1912-1992): Dressurreiter, Sportförderer, Unternehmer

Im Zuge der Zwangsenteignung jüdischer Unternehmer, erwarb N. mehrere Unternehmen weit unter Marktwert, insbesondere die Berliner Wäschemanufaktur Carl Joel (1938). Im selben Jahr gründete N. in Frankfurt die »Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann«. Während seines Entnazifizierungsverfahrens (1948) wurde N. als »Mitläufer« eingestuft und kam mit einer Geldstrafe und einem 3-jährigen Berufsverbot als Unternehmer davon.

 

Getreu seinem unternehmerischen Grundsatz »Großes Umsatzvolumen, kleine Gewinnmarge« gelang ihm 1963 mit dem Einstieg in das Flugreisegeschäft ein weiterer Coup. Innerhalb von nur fünf Jahren stieg das Unternehmen zum größten Flugreisenveranstalter auf und initiierte den deutschen Massentourismus.

 

Mit 39 Jahren startete N. in eine weitere beeindruckende Karriere als Reitsportler. Fast 20 Jahre lang gehörte er zu den weltbesten Dressurreitern. 48-jährig gewann er seine erste olympische Medaille,

fünf weitere folgten. Und auch die deutsche Sporthilfe erbrachte unter N.s engagiertem Vorsitz ab 1967 (bis 1988) erstaunliche Förderleistungen im deutschen Spitzensport.

Berühmte Frauen

Hauptfriedhof Frankfurt
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Cécile Mendelssohn-Jeanrenaud (1817-1853): Ehefrau von Felix Mendelssohn Bartholdy

Die Mendelssohn-Gesellschaft Frankfurt/Main hat 2005 die Patenschaft für das Grabdenkmal 

von Cécile Mendelssohn-Jeanrenaud übernommen und die Grabstätte nach desolatem Zustand renovieren lassen.

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Ricarda Huch (1864-1947: promovierte Historikerin, Schriftstellerin, 1932 Goethepreisträgerin der Stadt Frankfurt am Main

1891 schloss H. als eine der ersten Frauen ihr Studium der Geschichte und Philosophie mit Promotion ab. Ab 1910 arbeitete sie als freie Schriftstellerin. Nach einem phantasievollen Frühwerk, arbeitete sie immer häufiger an einer stärker beschreibenden »objektiven« Darstellung historischer Gestalten und Ereignisse, wie in der »Der große Krieg in Deutschland« (Schilderung der Schreckenszeit des Dreißigjährigen Krieges).

 

Mit ihrem literarischen Werk, das Romane, Erzählungen, aber auch kulturhistorische Arbeiten umfasst, war H. sehr erfolgreich. Ihre kulturhistorische Studie über »Die Romantik« initiierte in Deutschland eine Wiederentdeckung der Romantik.

 

Viele Jahre lang hielt sich H. in Italien auf. Sie lebte in Berlin, Heidelberg, Freiburg und Jena.

Kurz vor ihrem Tode siedelte sie nach Frankfurt/Main über.

Mit seinem Kinderbuch »Der Struwwelpeter« schuf der Arzt und Psychiater

Dr. Heinrich Hoffmann 1845 ein pädagogisch-literarisches Denkmal für:

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Pauline Schmidt (1840-1856): »Paulinchen« aus dem Struwwelpeter

S., selbst aus einer Frankfurter Arztfamilie stammend, war befreundet mit dem Frankfurter Arzt, Psychiater und Schriftsteller Dr. Heinrich Hoffmann (1809-1894), der als Autor seines Kinderbuchs »Der Struwwelpeter« einem breiten Publikum sehr bekannt wurde.

 

In einer seiner pädagogischen Geschichten spielt Paulinchen mit einem Feuerzeug. Die

hier bestattete Pauline Schmidt starb übrigens an Typhus (und nicht an einem Brandunfall).

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Dr. Philipp Julius von Fabricius (1839-1911): praktischer Arzt, »Zappelphilipp« aus dem Struwwelpeter

F. ist das historische Vorbild des Kindes namens Philipp, das das Stuhl-Kippen bei Tisch nicht sein lassen kann, hintenüber stürzt, und dabei die Tischdecke mitsamt Geschirr und Essen mit sich reißt und über sich ergießt - sehr zum Entsetzen und Missfallen der Eltern.

Gemeinschaftsgrabstätte der Aidshilfe Frankfurt

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Die Urnengemeinschaftsgrabanlage wurde im Rahmen einer Gräberpatenschaft durch die AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. übernommen

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Eine Wand aus 100 drehbaren Marmorwürfeln

Der einzelne Marmorwürfel kann mit Name, Lebensdaten und weiterer Beschriftung/Bemalung individualisiert werden.

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Diese Marmorstele ist festlicher Bestandteil der Abschieds- und Beisetzungszeremonie: während

des Beisetzungsrituals wird die Urne des Verstobenen auf die Stele (eine Art Seelenaufzug) gestellt.

Klassizistische Gruftenhalle (1-57)

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Eingang zum Gedenkraum, eine Wendeltreppe führt zur darunter liegenden Gruft

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ein Auferstehungsengel unter bestirntem Gewölbe

»Ruhestätte der Familien Behrends & Manskopf« (Gruft 57)

Die inzwischen sieben Särge zählende Gruft bildet den südlichen Abschluss der Gruftenhalle.


Vier Cherubim (Singular: Cherub) bewachen das gusseiserne Eingangsportal. Im Alten

Testament werden sie als geflügelte Mischwesen beschrieben, die mit menschlichen und

tierischen Eigenschaften ausgestattet sind, übernatürliche Kräfte entfalten können und

oftmals eine Schutzfunktion innehaben.

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Relief im Gedenkraum für Philipp Bethmann-Hollweg (1791-1812) mit der Inschrift:

»Die tiefbetrübte Mutter«

Gruft der Familien Bethmann & Bethmann-Hollweg (Gruft 1)

Den nördlichen Abschluss bildet der Eckpavillon der Bankiers- und Stifterfamilien Bethmann und Bethmann-Hollweg.

Mausoleen: Grabkapelle der Familie von Pander zur Hosen

Hauptfriedhof Frankfurt
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Dr. med. Eduard Friedrich von Pander zur Hosen (1832-1912)

Mathilde Henriette Marie von Pander, geb. zur Hosen (1837-1918) Ehefrau, im Mausoleum beigesetzt

Die Grabkapelle ließ P. 1908 erbauen. Er ist jedoch nicht im Mausoleum beigesetzt, seine Begräbnisstätte ist unbekannt.

 

P. war bis 1866 Kinderarzt in seiner Geburtsstadt St. Petersburg, bevor er auf Anraten eines Kollegen eine Pneumatische Heilanstalt mit Pneumatischer Glocke in Frankfurt/Main eröffnete. Vor allem bei Atemwegserkrankungen erzielte er sehr gute Erfolge. Bis heute gibt es eine große Anzahl Frankfurter Ärzte, die nach diesem Verfahren praktizieren.

Mausoleen: Grabkapelle Reichenbach-Lessonitz

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Das Mausoleum im byzantinischen Stil wurde im Auftrag von Kurfürst Wilhelm II. (selbst 1847 in der Fürstengruft der Hanauer Marienkirche beigesetzt) für seine zweite Ehefrau Emilie von Reichenbach-Lessonitz erbaut (sie wurde 1886 zusammen mit ihrer Familie aus der Gruft 29 in das Mausoleum umgebettet).

Angrenzender Jüdischer Friedhof, Eingang: Rat-Beil-Straße 10

Hauptfriedhof Frankfurt: angrenzender Jüdischer Friedhof
Hauptfriedhof Frankfurt: angrenzender Jüdischer Friedhof

Hebräische Inschrift über dem Eingang: »Wer geraden Weges wandelt, ziehe in Frieden, dorthin, wo sie auf ihren Lagern ruhen« (Jesaja 57,2)

Der Jüdische Friedhof an der Rat-Beil-Straße grenzt an drei Seiten an den Frankfurter Hauptfriedhof

an. Die neueren Grabdenkmäler spiegeln zunehmend das durch Emanzipation geprägte Selbstverständnis vieler Frankfurter Juden wider.

 

Im Vergleich zu den Grabstätten der ersten Jahre nach der Friedhofseröffnung, sind die später entstandenen Grabzeichen stärker vom persönlichen Stil und den finanziellen Möglichkeiten der Hinterbliebenen geprägt. Zahlreiche prunkvolle Grabmäler im Stil des 19. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende zeugen davon.

Hauptfriedhof Frankfurt: angrenzender Jüdischer Friedhof
Hauptfriedhof Frankfurt: angrenzender Jüdischer Friedhof

Grabzeichen für Angehörige der Familie Rothschild

Ehrenbürger der Stadt Frankfurt

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Siegfried Unseld (1924-2002): Verleger

U. gilt als der bedeutendste deutsche Buchverleger nach dem Zweiten Weltkrieg. 1952 trat er in

den erst zwei Jahre alten Frankfurter Suhrkamp Verlag ein, den er nach dem Tod des Gründers

Peter Suhrkamp 1959 alleine übernahm.

 

Seine verlegerische Weitsicht führte zur Gründung von Taschenbuchreihen, in denen er Originaltexte aus Wissenschaft, Kunst und Philosophie verlegte, sich aber auch jungen deutschen Autoren und ausländischer Literatur widmete. Alle brillanten Denker der sogenannten »Frankfurter Schule« (Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Herbert Marcuse…) wurden von U. verlegt.

 

Viele berühmte Autoren wurden von U. entdeckt, u.a. Peter Handke, Martin Walser. Auch große Namen der fremdsprachigen Literatur waren bei Suhrkamp vertreten, wie Amos Oz, Mario Vargas Llosa, Isabel Allende.

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Grabpatenschaften für denkmalgeschützte Grabmäler

»Der Tod ist nicht umsonst, sondern kostet das Leben«

 

Auf dem Frankfurter Hauptfriedhof gibt ca. 250 denkmalgeschützte Gräber, die sich zumeist im alten parkähnlichen Teil des Friedhofs befinden.

 

Für mindestens 250 erhaltenswerte Grabstätten werden Paten gesucht. Wer eine Grabpatenschaft übernimmt, verpflichtet sich, auf eigene Kosten eine denkmalgeschützte Grabstätte baulich und gärtnerisch zu betreuen und instand zu halten. Im Gegenzug erwirbt der Pate ein gebührenfreies Liegerecht für sich und seine Angehörigen in einer künstlerisch- und kunsthistorisch bedeutenden Stätte.

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Grabmal an der Friedhofsmauer